Montag, 2. Dezember 2013

Ajaccio vor 30 Jahren … Tornado "Tino Rossi" richtete große Schäden an

Bericht im "Corse-Matin"
An diesem 30. September 1983 wurde der Himmel  über Ajaccio immer dunkler. Die Wolkendecke zog sich zu und der Wind wurde stärker und stärker. Der Luftdruck sank ab auf 8 hPa und um 11:40 Uhr brach dann der Tornado über Ajaccio herein.
Starke Regenfälle und stürmiger Wind von 110 kmh richten innerhalb kürzester Zeit schwere Schäden in der Haupstadt Korsikas an. überschwemmte Straßen, entwurzelte Bäume, abgeknickte Telefonmasten und mitgerissene Autos und Fußgänger sind die Folge dieses ungewöhnlichen Sturms.

Zusammengebraut hat sich dieser Sturm im Norden Siziliens. Von hier wanderte er zunächst in Richtung tunesischer Küste um dann seinen Weg über Sardinien nach Korsika anzutreten. Über Ajaccio erreichte dieses Unwetter Sturmstärke und brach los. Das ganze dauert nur wenige Minuten, richtet aber erhebliche Schäden an.



Satellitenaufnahme vom 1. Oktober 1983, 15:00 Uhr

Schnell findet man einen Namen für diesen Sturm: Tornado  "Tino Rossi"

Am gleichen Tag wurde nämlich auch der Leichnam von Tino Rossi, dem berühmten Sänger aus Ajaccio, von Paris nach Ajaccio überführt. Die Maschine konnte allerdings wegen des schlechten Wetters nicht in Ajaccio landen und wurde deshalb nach Bastia umgeleitet. Von hier wurde dann Tino Rossi auf dem Landweg nach Ajaccio überführt.
So konnte er ein letztes mal seine Heimatinsel überqueren. Beigesetzt wurde Tino Rossi dann auf dem Friedhof von Ajaccio, der sich unweit seines Anwesens auf der "Route des sanguinaires" befindet.

Na, wenn das kein starker Abgang ist…
herzlichst,
Edmund Schroth

Montag, 29. Juli 2013

Abschlusskonzert der "Nächte der Gitarre" 2013 am Freitagabend in Patrimonio

"Wir haben es uns vor 24 Jahren, als wir anfingen, nicht nur zur Aufgabe gemacht große Namen auf die Bühne zu bringen, die gehören natürlich auch dazu, sondern wir wollen insbesondere die seltenen "Perlen", die sonst kaum irgendwo zu sehen oder zu hören sind, nach Patrimonio einladen. Hier ist eine dieser seltenen Perlen: Vitaly Makukin aus der Ukraine."

So die Ansage für den Beginn des Abschlusskonzertes der diesjährigen Ausgabe der "Nuits de la Guitare" in Patrimonio. Ein absoluter Leckerbissen für alle Gitarrenfans. Schnell stellt sich die Frage wie viele Gitarristen denn eigentlich auf der Bühne stehen. Zu sehen ist nur der eine, Vitaly Makukin. Aber wie viele Finger hat dieser Mann? Die Antwort liefert er selbst mit einer Eigenkomposition: "Ten fingers". Schwer zu glauben, ich hätte mal auf das doppelte getippt.



Vitaly erklärt auf der Bühne, dass er eigentlich Klavier spielen lernen sollte, es aber nur für eine Gitarre gereicht hat. Deshalb spiele er Klavier auf der Gitarre. Dies beschreibt ziemlich gut seine ungewöhnliche Technik. Klare Bass-lines mit der rechten Hand direkt am Steg und mit der linken Hand das dazugehörige Melodien und –Akkordspiel mit einer ausgefeilten "Hammering-Technik". Erst nach zwei Zugaben ließ das Publikum diesen Gitarren-Virtuosen wieder ziehen.

Von links nach rechts: Vlatko Stefanevski, Tommy Emmanuel, Stochelo Rosenberg 

Der Höhepunkt des Abends war der Auftritt der "King of Strings". Hinter diesem Namen verbergen sich drei große Gitarristen: Vlatko Stefanovski, Stochelo Rosenberg und ein Name den alle gitarrenbegeisterten Fans kennen, der Star des Abends: Tommy Emmanuel!



Nicht zum ersten Mal begeistert Tommy Emmanuel das Publikum von Patrimonio. Schon 2008 und 2011 war er hier auf der Bühne zu sehen.
Alles in Allem ein gelungener Abschluss für die diesjährigen "Nuits de la Guitare" und man darf sich jetzt schon auf das 25. jährige Jubiliäum freuen, das für 2014 ins Haus steht.
Wer also noch nicht's anderes geplant hat, gerne gute Musik von Top-Gitarristen hört, der sollte schon jetzt die Veranstaltung im Juli 2014 im Kalender vormerken.

Herzlichst,
Euer Edmund Schroth

Donnerstag, 13. Juni 2013

Katamaranausflug im Golf von Ajaccio



Manchmal ist der Beruf des Reiseleiters wirklich besonders hart …, z.B. wenn man bei 24° und strahlender Sonne eine Gruppe von äußerst netten Passagieren eines Kreuzfahrtschiffes bei einem Ausflug im Golf von Ajaccio auf einem Katamaran begleiten muß :-). 
Korsische Wurst und Champagner inklusive …
Natürlich war meine Kamera auch dabei. Hier ein kleiner Film dazu.

Herzliche Grüße von dem total "gestreßten" Reiseleiter,
Edmund Schroth

Freitag, 3. Mai 2013

Ein Korse, Erfinder von Coca-Cola? Die wahre Geschichte des berühmten Getränks


Schon 1863 erfindet ein korsischer Apotheker und Chemiker aus Pero-Casevecchie (Castagniccia) einen "Energy-Drink" den er aus Bordeaux-Wein und Coca-Blättern herstellt und der sich in Paris wie warme Semmeln verkauft. Er nennt seinen Wein " Vin Mariani". Ab 1868 wird der Wein zum Kassenschlager und wird als Medikament gegen Grippe, Magenschmerzen, Depressionen und sogar als Stimulierung bei sexuellen Problemen geschätzt. Das "Viagra" des 19. Jh gewissermaßen.


Angelo Mariani (1838-1914) ist ein begnadeter Marketing-Spezialist und veröffentlicht Kommentare zu seinem Wein. Berühmte Persönlichkeiten der damaligen Zeit wie z.B. Pabst Leon XIII, Königin Victoria, Emile Zola, Jules Verne sowie die Präsidenten der vereinigten Staaten Grant und Mc Kinley, sind voller Lob für dieses Getränk.
Immer öfter erscheinen nun Kopien auf dem Markt. Eine sehr gelungene geht auf den Apotheker aus Atlanta, John Smith Pemberton, zurück. Er nennt sein Getränk , das immer noch als Arznei gilt, "French Wine Coca".
Als es dann in Atlanta ein Alkoholverbot in Kraft tritt, ersetzt Pemberton den Wein durch Zitronensaft und kohlensäurehaltiges Mineralwasser. Sein Buchhalter erfindet den Namen für diese Mischung: "COCA-COLA".
Das wohl berühmteste Getränk der Welt ist geboren!
Coca-Blätter werden natürlich heute nicht mehr verwendet, aber ein Extrakt aus der Kola-Nuss.

Eine Wiedergeburt erlebt der "Vin Mariani" 1988 in Bolivien als eine Gruppe von Industriellen aus Cochabamba das Originalgetränk neu auflegen lässt. Der neue, alte Wein wird für Sportler und Sänger empfohlen.

Ja dann, wo man singt, da lass dich nieder…

Herzlichst,
Edmund Schroth

Freitag, 8. März 2013

Wie Korsika französisch wurde

Schon immer war Korsika, nicht zuletzt wegen seiner geographischen Lage im westlichen Mittelmeer, eine viel umkämpfte Insel. Bereits die verschiedenen antiken Zivilisationen hatten das erkannt. Immerhin wurden im 3. Jh. v. Chr. Korsika und kurze Zeit später Sardinien, die ersten römischen Provinzen. Dies geschah im Zuge des ersten der drei punischen Kriege, die Rom, damals noch Republik, gegen Karthago führte. Karthago war bis dahin die absolute "Supermacht" im Mittelmeerraum, während Rom noch verhältnismäßig unbedeutend war. Stellen wir uns vor, die Schweiz würde heute den vereinigten Staaten von Amerika den Krieg erklären und am Ende gewinnen; so ungefähr kann man den Konflikt zwischen Rom und Karthago vergleichen.
Im Mittelalter wurde die Insel zunächst von der Republik Pisa und ab 1284 endgültig von der Republik Genua beherrscht. Genua festigt seine Macht auf Korsika und herrscht über die Insel bis ins 18. Jahrhundert.
Nur vorübergehend gelang es 1553 dem Korsen Sampiero Corso mit Hilfe von türkischen und französischen Soldaten die Republik Genua auf Korsika zu besiegen, im Rahmen von übergeordneten, strategischen Gründen wurde die Insel aber mit dem Vertrag von Cateau-Cambresis schon 1559 wieder an Genua zurückgegeben.

Im Jahre 1729 (siehe auch meinen Beitrag "Korsika vor 275 Jahren: Am 15. April 1736 wird Theodor von Neuhoff zum korsischen König "Roi Théodore") beginnt der Aufstand der Korsen gegen Genua und 1755 wird die Insel unabhängig. Pascal Paoli wird zum "General der nation" gewählt. Unter Pascal Paoli ensteht, unter Mitarbeit von Jean-Jaques Rousseau, eine der weltweit ersten demokratischen Verfassungen. Ein Meilenstein, nicht nur für Europa.
Die Republik Genua will sich allerdings mit dem Verlust der Insel nicht abfinden und unterzeichnet deshalb am 15. Mai 1768 mit Frankreich den "Vertrag von Versaille" in dem Genua Korsika an Frankreich abtritt.
Es handelt sich nicht um einen Verkauf, wie irrtümlich oft angenommen wird, sondern Genau räumt sich in diesem Vertrag die Möglichkeit ein, die Insel jederzeit wieder zu übernehmen. Der Vertrag besteht aus 16 Artikeln sowie 2 zusätzlichen, geheimen, Artikeln. Hier ein Auszug:

  • Geheimartikel 1:  "[…] wird vereinbart das die Truppen seiner Majestät gemäß des Abkommens die Insel besetzen, sie aber niemals und zu keiner Zeit und unter keinen Umständen an Korsen oder eine Drittpartei abtreten dürfen." 
  • Geheimartikel 2:   "Zum Ausdruck seiner Freundschaft und unter Berücksichtigung früherer Vereinbarungen von 1764 sowie des Verlustes von Einnahmen für die Republik Genua, akzeptiert der König eine Zahlung von jährlich 200 000 Pfund, für die Zeit von  zehn Jahren. […].    
Vergessen wir aber nicht, daß es in diesem Vertrag um eine Insel geht die zu diesem Zeitpunkt unabhängig ist und die über eine demokratisch gewählte Regierung sowie eine demokratische Verfassung verfügt. Niemand käme heute auf die Idee z.B. die unabhängige Schweiz durch einen Vertrag an, sagen wir mal, Östreich abzutreten.
Ab 1769 also übernimmt Frankreich die Insel und beendet gewaltsam die Unabhängikeit Korsikas.
Für praktisch 20 Jahre ist die Insel weder richtig französisch, noch genuesisch. Erst am 30. November 1789, also zu Beginn der französischen Revolution, wird Korsika durch Beschluss endgültig an Frankreich angeschlossen, denn Genua war finanziell ohnehin nicht in der Lage, Frankreich für seinen Aufwand auf der Insel zu entschädigen und dadurch die Insel wieder zu übernehmen.

Das offizielle Datum an dem Korsika französisch wurde ist also der 30.11.1789

Herzlichst
Edmund Schroth

Montag, 25. Februar 2013

Endlich Frühling auf Korsika!


Die Mandelbäume blühen schon und auch die Mimosen haben mit ihren gelben, buschigen Blüten den Frühling angekündigt. Aber das war gestern. Heute erwacht Korsika unter einer dicken Schneedecke von bis zu 30, 40 cm.
Der Winter ist zurück und Schnee fällt selbst in den niederen Lagen, vor allem im Süden Korsikas.
Die Hauptverkehrsachse zwischen Ajaccio und Korsika  war am Sonntag 24.02. für alle Fahrzeuge gesperrt. Wer vernünftig ist und nicht unbedingt unterwegs sein muß läßt sein Auto stehen und macht es sich vor dem Kamin gemütlich.
Genießen wir also dieses seltene Schauspiel und warten auf einen baldigen, richtigen Frühling.
herzlichst

Edmund Schroth





Donnerstag, 3. Januar 2013

40 Gründe Korsika zu besuchen …



Zum neuen Jahr 2013 auch von mir alles gute, oder wie man auf Korsika sagt :

 « Pace e salute »
Friede und Gesundheit

Auf meinen Rundreisen über die Insel hatte ich natürlich auch im letzten Jahr wieder meine “Mallorca-Pocket” bei mir und habe eifrig fotografiert.

Hier einige Bilder (40), um die Lust auf die Insel zu wecken

Viel Spaß beim Anschauen!

Herzlichst,
Edmund Schroth